Zusammenfassung

  • Ein umfassendes Blutbild ist eine der aussagekräftigsten Untersuchungen über den gesundheitlichen Zustand und Nährstoffversorgung
  • Es gibt verschiedene Umfänge der erhobenen Werte je nach Art des Blutbildes
  • VOR DEM BLUTBILD ZU BEACHTEN:
    3 Tage vorher auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten (oder bei Auswertung beachten)
    – nüchtern zur Blutabnahme erscheinen
    – notwendige Medikamente natürlich wie gewohnt nehmen oder vorher mit dem Arzt besprechen

Details

Im Rahmen eines normalen Checkups solltest du jährlich ein Blutbild anlegen lassen.
Sollte sich nicht grundlegend etwas an deinem Lebensstil geändert haben wie z. B. mehr oder weniger Sport oder gesundheitliche Beschwerden dazugekommen sein, ist 1 x im Jahr vollkommen ausreichend.
Wir fassen hier einmal alle Werte zusammen, die du aus ernährungswissenschaftlicher Sicht überprüfen lassen solltest. Nicht jeder Wert wird standardmäßig im Blutbild erfasst und muss daher ggf. explizit beim Arzt angefordert werden.
Die hier folgenden Hinweise ersetzen ausdrücklich keine ärztliche Meinung und sind grundsätzlich nicht als medizinische Beratung oder Therapie zu betrachten. Wir haften in keinem Fall für die hier angegebenen Referenzwerte oder Hinweise. Es handelt sich hierbei um ernährungswissenschaftlich, grundsätzlich interessante Werte, bei denen in vielen Fällen Mängel bestehen.

Vitamin D: Vitamin D kann nur dann im Blut hergestellt werden, wenn genügend UV-Strahlen die Haut erreichen. Der Vitamin D Wert ist in den meisten Fällen zu niedrig, da wir auf natürlichem Wege nicht genug davon aufnehmen. Das liegt alleine schon an den doch eher geringen Sonnenstunden in unseren Breitengraden. Auch wird im Sommer z.B. durch Sonnenschutz die Aufnahme von Vitamin D über die Haut blockiert. Lasse hierfür den “25-Hydroxy-Vitamin-D3”-Wert messen (es gibt unterschiedliche). Der Durchschnitt in Deutschland liegt ca. Bei 18 ng/ml.
Vitamin D sollte zwischen mindestens 40 und 80 ng/ml liegen.
Lese dazu auch gerne folgenden Artikel: Vitamin-D-Mangel: Mehr Lebensqualität mit dem Sonnenvitamin

Vitamin K2: Hierbei sollte beachtet werden, dass K2 in der Darmflora eines Menschen hergestellt wird. Die Darmflora ist jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich und daher ist davon auszugehen, dass wir K2 in unterschiedlichen Mengen selbst im Körper produzieren. Aus diesem Grund ist eine Bedarfsangabe schwierig zu erstellen.
Es ist sehr schwer, hier sinnvolle Referenzbereiche zu finden. Nach unseren Informationen sollte das Vitamin K2 MK7 (nicht Vitamin K insgesamt!) ca. zwischen 2.000 und 10.000 ng/l liegen.

Vitamin B12: Als Standard empfehlen wir hier den Test vom Holo-Transcobalamin. Das ist der Transporter des aktiven B12. Der „normale“ B12 Serumtest ist nicht zu empfehlen, da 70-80% des B12s gar nicht aktiv im Körper verwendet werden und bei dem Serumtest zwischen diesen beiden aber nicht unterschieden wird.
Der Holo-TC sollte über 50 pmol/l liegen.
Lese dazu auch gerne folgenden Artikel: Vitamin-B12-Mangel: Symptome, Ursachen und Lösunge

Schilddrüse: Um einschätzen zu können, ob deine Schilddrüse gut funktioniert und dein Stoffwechsel entsprechend fleißig läuft, ist die Messung von fT3 und fT4 sehr aufschlussreich. Insbesondere, wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto hast (oder den Verdacht darauf), solltest du auch unbedingt Vitamin D, Selen und Jod messen lassen.
Der wichtigste Wert fT3 sollte bei 3-3,5 pg/ml (4,6-5,4 pmol/l) liegen.
Der fT4 wollte bei 1,2-1,5 ng/dl liegen.
Vitamin D sollte zwischen 40 und 80 ng/ml liegen.
Selen im Serum sollte ca. bei 50 – 120 µg/l liegen.
Jod beim Jodsättigungstest bei mindestens 90%. Bei andere Tests gelten andere Referenzbereiche.
Schaue dazu auch gerne folgendes Video: SCHILDDRÜSE: Alles, was du wissen musst! EXPERTEN IM GESPRÄCH mit Dr. Adriana Radler Pohl

Magnesium: Es wird zu 99 % in den Knochen und der Skelettmuskulatur gespeichert, also ist in den Zellen gebunden. Nur etwa 1 % zirkuliert im Blut. Ein zu hoher oder zu niedriger Wert bedeutet gleichzeitig, dass auch der Wert in den Zellen betroffen ist. Es gibt die Möglichkeit eine intrazelluläre Magnesiummessung durchzuführen, um die Situation in den Zellen darzustellen. Diese Option ist jedoch die teurere Variante und dein Arzt wird entscheiden, ob er dies für notwendig sieht.
Wenn du Magneisum im Blut messen lässt, dann gelten Werte von 0,7-1 nmol/l oder 1,7-2,4 mg/dl als „normal“. Wir empfehlen hier Werte über 0,9 nmol/l oder 2,2 mg/dl, da niedrigere Werte ansonsten auf nicht größere Mängel in den Zellen hinweisen könnten.
Lese dazu auch gerne folgende Artikel: Die 6 größten Magnesiumräuber; Magnesiummangel: Symptome und Lösungen;
31 Antworten zum Magnesiumcitrat-Pulver

Ferritin (Eisenspeicher): Frauen haben häufig durch die Menstruation keinen optimalen Eisenspeicher. Daher sollte der Wert auch gecheckt werden. Ferritin sollte bei Frauen bei mindestens 60 mcg/l liegen. Bei Männern bei mindestens 120 mcg/l. Insbesondere für Sportler gelten deutlich höhere Empfehlungen. Bei extrem hohen Werten liegt es nahe, dass im Körper viele stille Entzündungen lodern.
Lese dazu auch gerne folgenden Artikel: Eisenmangel: Symptome, Ursachen und Lösungen

Insulin: Dieser Wert sollte immer nüchtern gemessen werden. Bei Frauen ist der Wert zudem zyklusabhängig und wird durch die Hormone beeinflusst. Hierzu sollte der Arzt sich unbedingt beraten.

Cholesterin (HDL, LDL): HDL ist das gute Cholesterin und LDL das schädliche. Sollte der Cholesterinwert erhöht sein, macht es daher Sinn zu schauen, welcher der beiden Werte erhöht ist. Der HDL Wert sollte möglichst hoch sein. Je höher desto besser. Es ist auch deshalb wichtig, alle Blutfettwerte bestimmen zu lassen, da es sein kann, dass selbst bei niedrigem Gesamtcholesterin der LDL-Anteil krankmachend erhöht ist.
Das HDL sollte bei mindestens 60 mg/dl sein und LDL zu HDL sowie Triglyceride zu HDL sollten nicht über 3:1 liegen.

Triglyceride: sind insbesondere im Verhältnis zu dem HDL-Cholesterin interessant und sollten daher gemessen werden. Die Triglyceride zu HDL sollten nicht über 3:1 liegen. Die Triglyceride insgesamt sollten unter 100 mg/dl liegen.

Leberenzyme (Gamma GT, GPT, GOT): Erhöhte Leberwerte können u. a. auf eine Fettleber hinweisen oder durch Medikamenteneinnahme bzw. Alkoholkonsum verursacht werden. Dies sind einige der häufigsten Gründe für veränderte Werte.
Die Referenzwerte schauen grob so aus:
GOT Männer: < 50 U/L; Frauen: < 35 U/L
GPT Männer: < 50 U/L; Frauen: < 35 U/L
GGT Männer: < 60 U/L; Frauen: < 40 U/L

Nierenwerte: Kreatin ist der Standardparameter und in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Sportler sollten bevorzugt den Cystatin C Wert prüfen. Der Standardwert, nämlich Kreatinin, ist bei Sportlern häufig durch erhöhte Muskelmasse oder Kreatinin als Nahrungsergänzungsmittel im oberen Normbereich oder knapp drüber und wird daher häufig missinterpretiert. Der Nierenparameter Cystatin C ist unabhängig von der Muskelmasse. Cystatin C sollte ca. Zwischen 0,61 und 0,95 mg/l liegen.

Harnstoff: Dieser Wert sagt aus, ob der Eiweißstoffwechsel in deinem Körper funktioniert.
Für Frauen gelten Werte im Bereich 15 – 45 mg/dl als normal. Für Männer 17-50 mg/dl.

Harnsäure: Dabei handelt es sich um ein Produkt aus dem Abbau von Zellkernen. Der Wert kann z. B. auch nach einer längeren Fastenzeit erhöht sein und zeigt in diesem Fall an, dass sich der Körper entschlackt. Das nennt man auch Autophagie.
Die Harnsäure sollte unter 5 mg/dl liegen, genau gesagt liegen die Referenzbereiche ca. bei 2,3 – 6,1 mg/dl für Frauen und bei 3,6 – 8,2 mg/dl für Männer.

HS-Omega 3 Index: Bei den Omega 3 Fettsäuren gibt es viele verschiedene Messungen. Viele sind schlecht interpretierbar oder veraltet. Wir empfehlen die Messung des modernen und aussagekräftigen HS-Omega 3 Index. Ein guter Wert liegt hier zwischen 8% und 11%.
Lese dazu auch gerne folgenden Artikel: Omega-3-Fettsäuren: Warum Leinöl nicht ausreicht

Insbesondere durch hormonelle Verhütung ist das Hormonumfeld vieler Frauen heutzutage leider durcheinander. Daher macht häufig der Test von Progesteron, Östrogen, Testosteron, Cortisol und DHEA Sinn. Um einen belastbaren Wert zu erhalten, empfehlen wir (bei einem „normalen“ Zyklus die Messung der Hormone im Speichel am 21. Zyklustag. Während oder nach den Wechseljahren ist die Messung des Progesterons noch spannender, aber nicht mehr an einen bestimmten Tag gebunden.
Für Frauen sollte der Progesteronwert mindestens 200x höher sein als der Estradiol-Wert. Achte hier auf die unterschiedlichen Einheiten.
Für Frauen sollte Testosteron bei mindestens 0,25 mcg/l liegen, für Männer bei mindestens 5 mcg/l.

Der HS-CRP-Wert. Wichtig ist das „HS“. Nicht der CRP-Wert. Denn „HS“ steht für „Hochsensitiv“. Dieser Wert misst die stillen Entzündungen im Körper, die von vielen Ernährungsmedizinern als Wurzel der meisten Krankheiten angesehen werden. Ist der Wert erhöht, hängt das häufig an einem ungesunden Lebensstil, dann ist eine antientzündliche Ernährung empfehlenswert: Kein Schwein, kein Zucker, kein Weizen, kein Alkohol, nicht rauchen. Gerne Fisch, Omega 3 Fette, Gemüse, Waldbeeren, antientzündliche Gewürze.
Am besten liegt dein HS-CRP-Wert unter 1,0 mg/L. Zwischen 1,0 ud 3,0 mg/L besteht ein mittleres Risiko für für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über 3,0 mg/L besteht ein hohes Risiko.

Wenn es dir lieb ist, kannst du zusätzlich noch ein Aminogramm machen lassen. In Verbindung mit einem ausführlichen Blutbild weißt du dann, welche die Stellschraube des Abnehmens sein könnte, die deine Abnahme behindert. Du siehst, an welchen einzelnen Aminosäuren es dir mangeln könnte.

Wenn du den Verdacht auf einen Mangel hast, kannst du natürlich auch noch deutlich mehr messen lassen. Beispielsweise:

Zink
Jod
Kalium
Calcium
Natrium
Gesamteiweiß
Kupfer


Hilfreiche Produkte, Artikel und andere Quellen

Artikel: Lebenselixier Blut: Das 1×1 der Blutwerte
Podcast: Blutwerte – reicht das große Blutbild
Video: Welche Blutwerte soll ich messen lassen?

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